Fotoalbum

vor vielen Jahren...

Die Freiburger Minidampfbahn auf dem Gelände der Fahrzeugwerkstatt der Deut- schen Bahn AG - oder im Bw (Bahnbetriebswerk), wie man früher sagte, fuhr zum ersten mal im Oktober 1979. Nur ein kurzes Gleis, auf dem eine halb fertig gebaute Dampflokomotive ein Wägelchen hin und her zog und schob. In den folgenden Ja- ren entstand ein Gleisoval in der Größe gleich wie dem heute Vorhandenen. 1982 war die Übergabe der Dampflok 85 007 an die Stadt mit der Sonderfahrt des  dama-ligen OB Keidel ein erster Höhepunkt für das kleine Bähnchen.



die eigene Lok der BSW-Freizeitgruppe

Weil die erste Dampflok eines Mitgliedes für den Dauereinsatz zu schade war, bauten 9 Lokomtivführer des Bw Freiburg kurzerhand eine einfache Feldbahndampflok als robustes "Zugpferd für den harten Fahrbetrieb" der Minidampfbahn. Deren Vorbild befindet sich im Frankfurter Feldbahnmuseum, dem das Modell auch schon einen Besuch abstattete. Die Lok mit Namen Fabia absolvierte ihre erste Fahrt am 10. Mai 1987 und steht auch heute noch unermüdlich im Einsatz. Sie steht damit länger unter Dampf wie die 85 007, welche es nur auf knappe 30 Jahre brachte. Und die Fabia fuhr auch schon auf der einen oder anderen entfernten Strecke, so z.B. am Genfer See in Bouveret oder in Schwerin. 


Personenzug

Unser Personenzug besteht meistens aus den beiden 3 m langen Sitzwagen Nr. 3001 und 3002. Darauf können bis zu 15 Erwachsene bzw. 10 Erwachsene und 10 Kinder mitfahren. Gelegentlich wird als Verstärkungswagen die "Rollende Landstra-ße" angehängt. Dann braucht niemand zu warten, weil dieser Wagen auch noch mal 6 Erwachsene bzw. 10 Kinder befördern kann.

 

Die Wagen 3001 und 3002 folgten dem Gedanken, dass möglichst viele Personen mit dem Zügle mitfahren können. Dies besonders im Hinblick eines in der Länge festlie- genden Pkw-Anhängers zum Transport der Minibahn bei Einsätzen außer Haus. So können natürlich diese Wagen nicht den üblichen modellbauerischen Ansprüchen genügen. In Modellbauerkreisen werden solche Fahrzeuge sogar abwertend als rol-lende Gartenbänke tituliert. Dabei ist diesen Zeigenossen aber entgangen, dass Fahrgäste unsere Freiburger Wagen als sehr komfortabel und bequem empfinden.

 

Der ganze Zug wird mit einer Spindelhandbremse am Wagen 3001 angehalten bzw. festgehalten. Diese Spindelhandbremse am Lokführerplatz hat die Besonderheit, dass sie zusätzlich auch nach oben gezogen werden kann und so eine schnelle ein-setztende Bremswirkung ermöglicht. An den Lokomotiven befinden sich ebenfalls Handbremsen, welche zusätzlich als Feststellbremsen Verwendung finden.


unsere Gleisanlage mit der Spurweite 184 mm (7¼ Zoll)

Die Gleisanlage machte eine längere Entwicklung durch. 1982 fuhren wir auf Flach-eisenschienen mit den Maßen 20 x 8 mm. Später kam das U-Eisen mit 30 x 15 mm und mit 40 x 20 mm hinzu. Aber im Hinterkopf ließ sich der Gedanke an ein vorbild- getreues Gleis nie unterdrücken. Dabei war das Schienenprofil leider eine kostspie- lige Angelegenheit. Doch irgendwann in den 90er Jahren wurde von der Firma Mon- tanstahl ein Bund Vignolschienen mit 1,2 to, welche eine Höhe von 35 mm und 3 kg pro Meter aufwiesen, beschafft. Damit konnte im Endausbau die ganze, heute be- stehende Gleisanlage ausgerüstet werden.

 

Im ersten Bauabschnitt wurde 2001 eine Teilstrecke mit diesem Profil, welches auf Teeröl-imprägnierten Buchenholzschwellen montiert war, versehen. Aus Sicht der Optik stieß man hier in völlig neue Bereiche vor. Der Eisenbahnliebhaber durfte sich am Ziel seiner geheimen Wünsche wähnen. Aber auch der Fahrkomfort nahm auf einem derartigen Gleis deutlich zu. Irgendwann sollte auch das restliche Gleis in die- se Oberbauform umgewandelt werden.

 

Doch zunächst musste 2006 die Bahnanlage der Freiburger Minidampfbahn komplett demontiert werden. Grund waren Baumaßnahmen der Deutschen Bahn AG, welche aus Umweltschutzgründen eine zeitgemäße Fahrzeugwaschanlage (ARA) erstellen musste. Ob danach überhaupt Platz für unsere Gleisanlage vorhanden wäre, wus-sten wir zunächst nicht.

 

Doch das Schicksal meinte es gut mit der Freiburger Minidampfbahn und so konnte mit Hochdruck im ersten Halbjahr 2007 die Bahn an alter Stelle neu verlegt weden. Der Bogenradius betrug wegen den Platzverhältnissen nur noch 8,14 Meter und das 2. Ausweichgleis entfiel ebenfalls. Bald machte sich dieses Fehlen unangenehm be- merkbar. Schnell war klar, so konnte es nicht bleiben. Im Jahre 2010 wurde dieses Gleis nachgerüstet und dem Spieltrieb wieder Raum gegeben.

 

Eine mit Teeröl imprägnierte Buchenholzschwelle nimmt in Sachen Haltbarkeit und Optik die Spitzenstellung ein. Da aber die Sensibilität gegenüber den dabei zum Einsatz kommenden Teerölen gestiegen ist, wurde die Imprägnierung mit anderen Schutzmitteln versucht. Jedoch lehrt uns die Erfahrung, dass die Haltbarkeit nicht an die mit Teeröl imprägnierten Schwellen heranreicht. Wie bei den großen Bahnen heute fast überall üblich, werden auch wir die Betonschwelle wählen müssen, sollten unsere Holzschwellen einmal auszutauschen sein.

 

Unsere Gleisanlage wurde 2007 beim Wiederaufbau nach dem Ende der Bauarbeiten der Wagenwaschhalle ausschließlich mit Vignolprofil auf Holzschwellen und Schotter- bettung versehen. Dadurch werden auch die Spurkränze der Räder in den Gleisbö- gen geschont. Die Holzschwellen boten erstmalig die Möglichkeit, Vignolschienen - wie bei der richtigen Eisenbahn, mit einer Neigung von 1:20 nach innen zu montieren. Dazu wurden die Auflageflächen der Schwellen mit einer eigens dafür konstruierten Fräse bearbeitet. So wird auch zusätzlich der Sinuslauf der Radsätze begünstigt. Bei der zukünftig als Ersatz vorgesehenen Betonschwelle kann die Schienenauflage ebenfalls leicht mit einer Neigung von 1:20 versehen werden.

Im Februar 2013 musste noch einmal an den Gleisen gearbeitet werden. Diesmal wurden 2 große Pappelbäume gefällt, wo vorsorglich in diesem Bereich auch die Gleise zu entfernen und dann wieder zu verlegen waren. Nach der Gleisverlegung war für eine gute Lagestabilität ein Stopfgang des Schotters unumgänglich.

 

Leider konnte uns die für ihre Gleisbaumaschinen bekannte Österreichische Spe- zialfirma wegen unserer Spurweite von nur 184 mm keine passende Stopfmaschine liefern. Doch wir wussten uns zu helfen und hatten eine gute Alternative, welche nicht nur farbiger, sondern auch um einiges billiger war...


Feldbahn-Dampflokomtive RIESA im Maßstab 1:3,3

Diese Lokomotive wurde von einem Mitglied der Gruppe in den Jahren 1990 bis 1999 als Hobbyarbeit gefertigt und befindet sich in dessen Eigentum. Damit werden andere Clubanlagen im In- und Ausland besucht. Bei Saisonbeginn oder Festen wird diese Maschine auch bei der Freiburger Minidampfbahn eingesetzt. Von der Leistungs- fähigkeit und der einfachen Handhabung her ist sie bei der Mannschaft sehr beliebt. Ihr Fahrfeeling kommt einer großen Dampflok recht nahe.

 

Das Vorbild der Lok existiert - wie auch das der Fabia, heute noch. Es befindet sich in der Schweiz bei der Schinznacher Baumschulbahn, welche eine Spurweite von 600 mm aufweist. Das Modell ist genau im Maßstab 1:3,3 gehalten. Passend dazu hat der Erbauer auch den feldbahntypischen Holzkastenkipperzug nachempfunden, dessen 10 Funktionsmodelle überall Bewunderung auslösen. Dampfbespannte 600 mm - Holzkastenkipperzüge gab es im Original für den Kiestransport vereinzelt noch bis 1967!

 

Das Transportsystem Feldbahn ist allgemein aber schon etwas früher durch den Lkw verdrängt worden. Die letzte Blüte erlebte es nach dem Krieg Ende der vierziger Jahre bei der Enttrümmerung vieler Städte. Doch so manches Bauunternehmen, Kieswerk oder Ziegelei setzten auch danach noch Feldbahnen ein. Am längsten be- haupteten sie sich bei der Torfgewinnung. Wer heute Feldbahnen erleben will, kann dies bei zahlreichen Vereinen und Museen mit den dort erhaltenen Exponaten tun.

 

Der Zug mit der Modell-Lokomotive Riesa und den Holzkastenkippern stellt ein an- schauliches Objekt dar, wie eben in früherer Zeit - ohne Lkw große Erdmassen auf Baustellen transportiert wurden. Sein Fassungsvermögen liegt bei 1000 kg Schotter! Besonders beim Autobahnbau beschleunigten solche Bahnen, welche auch vielfach auf 900 mm Spurweite fuhren, den Baufortschrit erheblich. Allerdings war der Gleis-transport sehr personalintensiv. Das war der Hauptgrund, dass dieses Transpor- system schließlich seine Bedeutung verlor.


über den Tellerrand geblickt

Für alle Freunde "kleiner Bahnen" kann ein ganz besonderes Schmankerl empfohlen werden. In unserer Landeshauptstadt Stuttgart fährt im Höhenpark Killesberg eine der schönsten Parkbahnen Europas. 3 Dampflok und 2 Diesellok fahren auf 2,4 km Strecke mit 381 mm Spurweite die Besucher im wunderschönen Höhenpark zu deren Vergnügen spazieren. Ein Erlebnis, welches man sich nicht entgehen lassen darf!